Bei der Preisverleihung nahm sie den Veranstalter und sich selbst und passend auf den Arm und demonstrierte flockig, wofür sie mit dem Coaching Award ausgezeichnet wurde: Eleonore Höfner hat die Provokative Therapie in Deutschland maßgeblich bekannt gemacht und vorangetrieben.

Sie ist Diplompsychologin und ausgebildet unter anderem in Klientenzentrierter Gesprächstherapie, Hypnotherapie, in NLP und EMDR. Mit dem Knowhow führt sie eine private Praxis in München und leitet ebenfalls dort das Deutsche Institut für Provokative Therapie, welches sie selbst mit aufbaute. 

Begründet wurde die Provokative Therapie vom US-Amerikaner Frank Farrelly, der regelmäßig bei Höfner in München Seminare und Vorträge hält. Kern dieser Therapie- und Kommunikationsform ist, dass humorvoll Provozierte inneren Abstand zu ihren Problemen gewinnen und über diese und sich selbst lachen. Doch Höfner warnt vor Missbrauch: Provozieren soll kein „rüpelhaftes Konfrontieren und Anpöbeln“ sein.

Das Ziel ist vielmehr, jemanden dazu zu bewegen, dass er Verhaltensweisen und Haltungen ablegt, die ihn, sein Team oder seine Firma schädigen. Das ginge eben mit Humor leichter als mit der Rute des erhobenen Zeigefingers. Und zwar deswegen, weil Lachen sich einfach nicht mit Stress und Ärger verträgt. Was ist „die Rute des erhobenen Zeigefingers“?

Zweifellos ist Höfner besonders für die Provokative begabt: mit ihrem Beziehungskabarett – zum Beispiel einem Soloprogramm zum Thema „Die Kunst der Ehezerrüttung“ – tritt sie seit 2005 in der Lach- und Schießgesellschaft München und unter anderem in Linz und Wien auf. Auch Spanier, Koreaner, Chinesen und Polen kennen sie, denn ihre Bücher „Die Kunst der Ehezerrüttung“ und „Das bewegte Paar“ wurden in ihre Landessprachen übersetzt.

Ihr weiteres Buch „Das wäre doch gelacht!“ führt leicht und verständlich in den Provokativen Stil ein. Dessen Kernweisheit ist: Nur wer sich selbst relativieren kann und somit über den Dingen steht, kann auch über sich lachen. Das vertritt Höfner unermüdlich gegenüber Firmen, Coachs und Therapeuten, von denen viele diesen Stil inzwischen adaptieren. Bei vielen Coachausbildungen beispielsweise gehört er heute zu den Standards.