Wer ist Harald Katzenschläger? Ein Interview.

Wenn er das Herz leuchten sieht, dann weiß Harald Katzenschläger, dass er einen Träumer vor sich hat, dessen Träume es wert sind, entwickelt zu werden. Die Aufgabe der Dream Academia. Die Aufgabe von Harald Katzenschläger.
Im Nirgendwo im Burgenland ragt ein blauer Turm in die Höhe. Das Herzstück des Dreamicon Valley.

Im 9. Stock gibt der Horizont den Blick frei auf alles und nichts – bereit, mit den Farben, der Musik, den Bildern, den Menschen und Gefühlen befüllt zu werden, die in deinen Träumen leben – und dort gefangen sind. Bereit, sie zu befreien, bereit, sie in die Realität zu holen und ihnen hier Beine zu geben, damit sie loslaufen können. Und der Welt zeigen, was alles möglich ist, wenn du dich nur traust zu träumen, groß zu denken und einfach zu tun. Willkommen in der Dream Academia. „Your dream works“ – sind Harald Katzenschläger, sein Team und sein Netzwerk überzeugt. Geld ist nur eine Ausrede.

Herr Katzenschläger, was ist das Dreamicon Valley?

Ein Ort auf dieser Welt, wo jeder hingehen und uns von seinen Träumen erzählen kann. Und wenn wir dann spüren, dass das Herz desjenigen zu leuchten beginnt, wenn er von seinen Träumen spricht, dann helfen wir ihm, seine Träume zu entwickeln. Das sehen wir als die Aufgabe der Dream Academia.
Sie sind also Traumentwickler? Dreamcoach?

Ja, wir geben Träumern das Rüstzeug an die Hand, damit sie ihr Ding machen und realisieren können.

Aber Ihr Rüstzeug besteht nicht aus Geld?

Nein, wir sind keine Start-up-Investoren. Wir sind keine Produzenten. Wir sind auch keine Vermarkter von guten Ideen und suchen auch keine Macher, die unsere Ideen verwirklichen. Wir helfen Menschen, die eine Idee haben, einen Traum, dass sie sich überhaupt einmal trauen, diesen zu träumen und laut zu denken, ihn ausformulieren, ihn entwickeln, ihm Form geben. In weiterer Folge versuchen wir, diesen Traum mit Mentoren, mit Kontakten, mit Know-how aus unserem Netzwerk zu nähren und das Projekt zu begleiten.
… mit dem Ziel, dass Sie irgendwann überflüssig sind?

Richtig (lacht). Die meisten Menschen werden doch von ihrem Umfeld ausgelacht, wenn Sie etwas machen wollen, was sich abseits der ausgetretenen Pfade befindet. „Spinner“, „Damit kann man doch kein Geld verdienen“, „Du kannst das nicht“, „Mach doch was Gescheites“, kommt Ihnen bekannt vor? Und wir sagen einfach: „Super. Mach! Wir helfen Dir dabei.“
Von so einem Satz träumen viele nur …

Nehmen Sie zum Beispiel dieses Buch hier, das hat ein Neunjähriger geschrieben. Gemeinsam mit einem 13-Jährigen hat er dann per Internet das Cover gestaltet und seine Bücher im Freundeskreis verkauft. Inzwischen verfilmt er es gemeinsam mit seinem Bruder. Oder hier diese Architektur- und Designentwürfe – der Traum eines jungen Designers – das könnte die vor 25 Jahren stillgelegte Zuckerfabrik hier in der Gegend sein, revitalisiert zum „ultimativen Kreativzentrum der Welt“, um Künstler, Start-ups und Forscher unkonventionell an Zukunftslösungen arbeiten zu lassen. Diese Designentwürfe hier habe ich dem Eigentümer der Fabrik gezeigt – der sich damit an seine eigenen Träume wieder erinnert hat, warum er damals das stillgelegte Gelände gekauft hatte. Die jungen Designer haben nicht lange gefragt, sie haben einfach angefangen und Hunderte Stunden Passion investiert. Und zwar ohne vorher die Hand aufzuhalten nach dem Motto: Gebt mir was, dann machen wir. Inzwischen gibt es dort Graffiti Kunstwerke, Modenschauen, Ausstellungen. Wir sind so was wie Piraten. Wir fragen nicht. Wir machen einfach.
Welchen Projekten helfen Sie, was sind Ihre Auswahlkriterien?

Menschen, bei denen wir spüren, dass sie Dinge anders machen wollen als andere, und die dafür auch bereit sind, die Komfortzone zu verlassen – egal, ob Jung oder Alt. Sie müssen den Willen zur Veränderung haben. Pioniere aus Leidenschaft. Wir wollen niemanden missionieren. Wir wollen aber dort helfen, wo Neues entsteht. Neues Denken, neues Tun, neue gesellschaftliche Normen.
Ein Inkubator für schwarze Schafe unseres Systems?

(lacht) Ja, so könnte man das sagen. Noch sind wir wenige und müssen aufpassen, von der weißen blökenden Masse nicht vorzeitig totgebissen zu werden.
Sie waren 16 Jahre lang Flugbegleiter bei der AUA. Wie sah Ihr Traum aus, der Sie zur Dream Academia geführt hat?

Ich komme aus Steyr, als Sohn einer Arbeiterfamilie. Mein Traum war es, in die Welt zu fahren, als Schiffskoch oder Steward. Es wurde schließlich das Flugzeug, und es war wirklich mein Traumberuf. Aber als ich gemerkt habe, wie sich die Dinge in diesem Unternehmen begannen zu verändern, bin ich 2003 mit meiner Frau und meinen Kindern – damals eineinhalb und drei Jahre – für eineinhalb Jahre mit dem Rucksack um die Welt gefahren – Karenzzeit. Und weil unsere Tochter Ohrenentzündung bekam, haben wir unsere Reiseroute damals geändert und waren wie durch ein Wunder am 26. Dezember 2004 nicht an dem Strand, der vom Tsunami überspült wurde. Da wurde uns deutlich vor Augen geführt: Es gibt eine Komponente in deinem Leben, und die ist fix: der Tod.